Property Matters, 2018

Die Tour als Skulptur II: Property Matters

performative Kunstführungen im Spreepark Berlin, Sommer 2018
kuratiert von Katja Aßmann, ZKR – Zentrum für Kunst und öffentlichen Raum, einem Projekt der Grün Berlin GmbH

Der Plänterwald lässt noch heute Nachbilder von knallbunten Fahrgeschäften, Schießbuden, Dinos und Zuckerwatte aufleben. Doch auf die Zeit eines erfolgreichen Vergnügungsparks folgten Insolvenz, Plünderungen im Park und ein jahrelanges Ringen um die Zukunft des Geländes. Die mit der Eigentumsfrage verbundenen Unklarheiten haben in dieser Zeit vieles verhindert. „Die Tour als Skulptur: Property Matters“ von Daniela Brahm nimmt sich dieses Themas an und nutzt den heutigen, in einer Übergangsphase befindlichen Spreepark als Projektionsfläche für eine Tour entlang unterschiedlicher Eigentumskonzepte.

Was erzählt „Merry Old England“, das Englische Dorf im Spreepark, vom englischen Grundbesitz, von „Leasehold“ und „Freehold“, von den „Gentrys“ und der „Gentrification“? Was sagt Marx über Akkumulation, was ist ein „Enclosure Act“ und zu welchem Zweck wurde das beliebte Monopoly-Spiel eigentlich erfunden? Was haben amerikanische „Homesteads“ mit den deutschen „Heimstätten“ gemein, und warum ist Knappheit an Land schon zu Zeiten Thomas Jeffersons ein Problem? Im „Western Dorf“ des Spreeparks, dessen „National Bank“ zweimal täglich in einer Stuntshow ausgeraubt wurde, haben tatsächlich auch Mieter gewohnt. Was ist eine „Landnahme“, was eine „Allmende“ und warum gibt es so viele Hecken im Park? Gibt es Ideen aus China und was hat das Dorf „Arden“ aus dem amerikanischen Delaware und „Kiautschou“ vom gelben Meer im Spreepark Berlin zu suchen?

Kaum ein Begriff scheint unverrückbarer als der Begriff vom Eigentum, er ist kulturell geprägt, selbst schon fast ein Kulturgut. „Die Tour als Skulptur: Property Matters“ versucht den Kulturwandel. Die Relikte im ehemaligen Vergnügungspark geben Anlass für eine Reise durch die Welt des Bodeneigentums, wir schweifen zu Konzepten mit hohem Abstraktionsgrad und begeistern uns für das Sprunghafte, das Andere, das Neue.

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Fotos © Frank Sperling